Mittwoch, 21. Dezember 2011

Mein Bauch steht allem im Weg

Ich kann das doch nicht einfach auf mir sitzen lassen! Die Worte des Fahrlehrers haben sich irgendwie in meinen Kopf gebrannt. „Tut mir wirklich schrecklich leid, aber es gibt keine Motorradkleidung in Ihrer Größe. Bitte versuchen Sie etwas an Gewicht zu verlieren, dann Probieren wir es nochmal“, hatte er freundlich gesagt. Aber ich weiß, dass die ganzen Leute nur immer freundlich tun. Innendrin verachten sie dicke Leute, so wie ich. Und davon habe ich eindeutig nun genug. Genug von Leuten, wie dem Fahrlehrer und anderen. Ich werde es allen, nein, ich werde es mir selbst zeigen, dass ich abnehmen kann!
Das habe ich zwar oft schon in meinem Leben versucht, ist klar. Aber dieses Mal steht mein Bauch der Erfüllung meiner Träume im Weg. Und das hatte ich noch nie. Deshalb gibt es jetzt auch kein Zurück mehr. Ich mache eine Diät und werde Motorrad fahren. Koste es, was es wolle.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Mir war alles egal

Das hatte mich so sauer gemacht. Ich bin direkt noch zu anderen Fahrschulen gefahren. Plötzlich war es mir egal, das ganze Geld. Ich wollte einfach nur noch den Lappen haben. Koste es, was es wolle. Aber auch die anderen Fahrlehrer der anderen Fahrschulen haben mir das gleiche gesagt! Ich sei zu dick für deren Klamotten. Und selbst wenn ich jetzt noch was finden würde, es ist ja schon November und da kann ich beim besten Willen keinen Fahrlehrer mehr finden, der bei dem Wetter mit einem Anfänger auf die Maschine geht. Und das ich zu dick bin! Ach, ich leide eh schon mein ganzes Leben darunter, dass ich zu dick bin, das ist für mich kein Wunder mehr. Ich leide ja auch selbst sehr darunter. Aber noch nie war ich zu dick, um irgendwas zu tun.  Einfach unglaublich. Ich bin zu dick, um mir meinen großen Traum zu erfüllen!

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Ein Geschenk für Markus

Markus hat in zwei Wochen Geburtstag, und ich weiß immer noch nicht, was ich ihm schenken soll. Ich habe im Moment so viel Stress, einerseits wegen einiger schwieriger Fälle in der Klinik, andererseits wegen meiner Magersuchts-Patientin, deren Aufenthalt nun verlängert wurde und die mir wirklich alle Ressourcen abverlangt, und, was noch obendrein hinzukommt, ist der erneute Rheumaschub meiner Mutter. Die Arme leidet wirklich sehr unter der Krankheit, und ich versuche ihr, zusätzlich zu meiner Arbeit auch noch viel abzunehmen. Meine Mutter hat nun seit fast 7 Jahren schon Rheuma, und es verläuft alles andere als gut bei ihr. Sie musste aufgrund der Schwere des Krankheitsverlaufs sogar schon in die Frührente gehen. Dabei hat sie ihren Job als Lehrerin immer sehr geliebt. Mein Vater dagegen ist noch ziemlich mobil, ein Glück! Ich habe überlegt, ob ich Markus mit seinem Bruder zusammen einen guten, neuen Motorradhelm schenken soll, eigentlich eine sehr gute Idee, von der ich sogar auch profitiere, haha!

Freitag, 25. November 2011

Ein schwieriger Fall

Im Moment läuft auf der Arbeit alles sehr chaotisch ab. Zurzeit habe ich eine 16-jährige Patientin, die mit ihrer Magersucht alle in den Wahnsinn treibt. Natürlich die Mitpatientinnen, aber auch alle Therapeuten und Ärzte. Das Mädel ist wie alle Suchtkranken vollkommen uneinsichtig einerseits, und andererseits hetzt sie die anderen Mädchen in unserer Abteilung gegeneinander auf und versucht, die Therapeuten und die Patientinnen gegeneinander aufzuhetzen. Eine richtige kleine Intrigantin, wahnsinnig anstrengend. Da verlangt es unserem Team schon viel ab, und sie nimmt meist den größten Zeitanteil in unseren Team-Sitzungen ein. Aber manchmal denke ich mir auch, und wenn nur für einen kurzen Moment, dass ich mal wieder eine richtige Herausforderung habe. Das klingt zwar vollkommen verrückt, aber bei diesen Patienten macht es natürlich auch am meisten Freude, wenn man sieht, dass die Therapiearbeit etwas bringt. Und dass sich der oder diejenige wirklich ändert und ein neues Verhalten annimmt.

Dienstag, 20. September 2011

Mein Freund ist so ein Schussel!

Ich kann es echt nicht fassen! Das ist mal wieder sowas von typisch für Markus! Da wollen wir Freitag abends die Sachen packen für unsere Motorradtour, die dann am Samstag Morgen gleich nach dem Frühstück starten sollte, und da fällt ihm auf, dass der Verschluss an seinem Motorradhelm nicht mehr funktioniert! Wie kann ihm das denn jetzt erst auffallen? Das muss doch schon das letzte Mal passiert sein, als er den blöden Motorradhelm getragen hat! Der Verschluss vom Motorradhelm schließt zwar noch, aber dieser Mechanismus ist total ausgeleiert, so dass der Verschluss nicht in der Lasche bleibt. Ich könnte mich sowas von aufregen, dass unsere Tour jetzt wegen dem doofen Motorradhelm ins Wasser fällt... wir haben auch noch einen anderen Motorradhelm zu Hause, aber der ist ihm leider zu groß. Der Motorradhelm gehörte seinem Vater, und wir wollten ihn eigentlich immer schon bei Ebay verkaufen, aber sowas gehört natürlich zu den Dingen im Leben, die man immer weiter vor sich aufschiebt. Tja, was soll ich ihnen sagen? Ich bin ganz schön sauer, wie man natürlich unschwer erkennt. Alle unsere Freunde, die auch Motorrad fahren, wohnen einfach zu weit weg, als dass man sich mal eben einen Motorradhelm leihen könnte!

Donnerstag, 15. September 2011

Ein Wochenendplan

Nächstes Wochenende ist es mal wieder so weit: eine unserer Motorrad Touren steht an! Diesmal soll es fast bis nach Belgien gehen, dort waren wir schon einige Male und es hat uns immer wieder sehr gut gefallen, mit kurzen Zwischenstopps in Monschau oder beim Hohen Venn, einem Sumpfgebiet direkt an der belgischen Grenze (übrigens auch total schön zum Wandern!). es gibt einfach nichts Schöneres, als diesen Nervenkitzel, die Geschwindigkeit, verbunden mit wahnsinnig schönen Bildern aus der Natur. Am liebsten sind mein Freund Markus und ich zu zweit unterwegs, manchmal fahren wir aber auch in der Gruppe mit Freunden.

Donnerstag, 8. September 2011

Mein Leben

Ich wohne nun seit drei Jahren gemeinsam mit meinem Freund in der Innenstadt, in einer schönen Drei-Zimmer-Wohnung mit Ausblick auf den nahen Park. Wo genau ich wohne, möchte ich lieber nicht verraten. Auch nicht, wo genau ich arbeite. Mein Freund ist 31 Jahre alt und arbeitet als Kfz Mechaniker in seiner eigenen Werkstatt. Mittlerweile macht er aber fast nur noch Bürokram. Eigentlich ist unser Leben sehr beschaulich und normal; wir gehen gerne einmal die Woche essen bei unserem Lieblingsitaliener um die Ecke, haben einen gemeinsamen Bekanntenkreis mit dem wir viel unternehmen (und durch den wir uns auch kennengelernt haben) und verbringen auch mal gerne einen Abend vor dem Fernseher. Das einzige Hobby, was vielleicht ein bisschen ausgefallener ist, ist das Motorrad fahren, was wir beide über alles lieben. Wir machen gerne lange Touren durch die Eifel, immer mit voller Geschwindigkeit und dem Wind in den Haaren. Das bedeutet für uns Freiheit und Entspannung!

Freitag, 2. September 2011

Wer bin ich?

Hallo, ich bin Silke, 29 Jahre alt, und starte nun diesen Online Blog. Man möchte ja immer mitgehen mit den jungen Trends. Zumal ich das Ganze auch zumindest ein wenig berufsbedingt mache – ich arbeite nämlich in einer Kinder- und Jugendklinik als Psychotherapeutin, und gerade in den letzten Jahren hat das Internet unheimlich an Bedeutung zugenommen. Ich bekomme immer wieder zu hören, dass viele meiner Patientinnen im Internet auf Seiten wie Facebook oder Schüler VZ gemobbt wurden. Ich selber habe leider gar keine große Ahnung vom Internet, ich bin auch nicht bei Facebook oder einem der anderen sozialen Netzwerke. Aber ich möchte diesen Blog auch schreiben, um zu sehen, welche Dynamiken so etwas auslösen kann, und wie viel Feedback man durch so etwas bekommt. Und natürlich aus eigenem Interesse, weil ich gerne schreibe. Früher wollte ich immer Romanautorin werden, aber das ist eine andere Geschichte...